Zehn Thesen zum Interior Design
Ein Blick aus der Werkstatt von Brunold Interior auf Räume, Materialien und das Leben zwischen digital und analog.
Wir haben uns Gedanken gemacht und richten den Blick auf Interior-Design mit zehn Thesen.
These 1: Gutes Interior-Design beginnt mit dem Handwerk
Interior-Design ist kein Styling, das am Ende aufgesetzt wird. Es beginnt mit dem Verständnis für Umgebung, Material, Konstruktion und Nutzung. Als Schreiner, Polsterer, Konstrukteure und Designer wissen wir: Ein Raum funktioniert nur dann langfristig, wenn er handwerklich sauber gedacht und präzise umgesetzt ist. Design ohne handwerkliche Substanz bleibt Kulisse. Es gilt beides zu vereinen.
These 2: Maßarbeit ist der neue Luxus
Standardlösungen stoßen in einer komplexen Welt schnell an ihre Grenzen. Räume müssen sich heute an Menschen anpassen – nicht umgekehrt. Maßgefertigte Möbel und Innenausbauten schaffen Identität, nutzen Raum intelligenter und sind oft nachhaltiger als austauschbare Serienprodukte. Nur so entsteht Begeisterung, die bleibt.
These 3: Räume müssen dem Leben dienen
Wohnen, Arbeiten, Zurückziehen, Begegnen … all das passiert heute oft im selben Raum. Interior-Design muss diese Überlagerungen ermöglichen, ohne Unruhe zu erzeugen. Flexible Strukturen, klare Zonen und intelligente Stauraumlösungen sind dabei entscheidend. Interior-Design ist eine gestalterische Rolle für das Leben von heute und morgen.
These 4: Das Büro ist kein Ort mehr, sondern ein Begegnungsraum
In neuen Arbeitswelten konkurriert der Arbeitsplatz mit dem Zuhause. Büros müssen heute inspirieren, Gemeinschaft fördern und Konzentration ermöglichen. Materialien, Akustik, Licht und Möblierung werden zu strategischen Werkzeugen und nicht zur schönen Dekoration. Funktion und Form müssen sich zu einem Begegnungsraum verbinden und dem Menschen einen Wohlfühlfaktor vermitteln.
These 5: Materialität schafft Vertrauen
In digitalen Zeiten wächst die Sehnsucht nach Echtheit. Holz, Stein, Metall und Textilien erzählen Geschichten, altern würdevoll und sprechen alle Sinne an. Gute Materialien wirken nicht laut, aber nachhaltig. Sie lösen Emotionen aus, zahlen auf die jeweilige Identität ein und schaffen so erst eine Möglichkeit zur Identifikation. Material ist King! Und Queen!
These 6: Nachhaltigkeit beginnt bei der Planung
Nachhaltiges Interior-Design ist mehr als die Wahl eines Öko-Materials. Es bedeutet, langlebig zu denken, reparierbar zu bauen und zeitlose Lösungen zu entwickeln. Ein gut geplanter Raum muss nicht ständig erneuert werden. Aber er muss mitwachsen dürfen. Räume sind daher nie fertig. Wir betrachten Räume als lebende Systeme.
These 7: Technik sollte man spüren, nicht sehen
Moderne Räume sind hochgradig technisch, man darf es ihnen aber nicht ansehen. Die beste Integration von Technik ist jene, die unauffällig funktioniert. Schreinerhandwerk spielt hier eine Schlüsselrolle: Technik verschwindet im Detail und wird intuitiv nutzbar, wenn man sie braucht.
These 8: Gute Räume reduzieren Komplexität
Unser Alltag ist schnell, laut und digital. Räume sollten das Gegenteil leisten: Ordnung schaffen, Ruhe ermöglichen, Klarheit geben. Interior-Design ist dann gut, wenn es entlastet. Design, Funktionen und die dadurch entstehende Atmosphäre sind entscheidend dafür, ob sich Menschen darin wohlfühlen oder Räume bewusst meiden.
These 9: Design ist Haltung, kein Trend
Trends kommen und gehen. Haltung bleibt. Gutes Interior-Design folgt nicht jedem Hype, sondern einer klaren gestalterischen und handwerklichen Linie. Das Ergebnis sind Räume, die auch nach Jahren noch stimmig wirken.
These 10: Der Schreiner ist Übersetzer zwischen Idee und Raum
Zwischen Architektur, Design und Nutzung braucht es jemanden, der zuhört, mitdenkt und umsetzt. Unsere Schreiner übersetzen die Konzepte in greifbare Realität. Unsere Arbeit beginnt beim Dialog. Und endet im Detail.